Sweet Christmas

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Teamprojekt 2021 von 5 Autorinnen

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Danielle A. Patricks

Ingrid Fuchs

Sandra Pulletz

Lisa Diletta

Lotte R. Wöss

Herzlich willkommen in Funkelstein
 

Der Funkelsteiner Christkindlzauber hat seit vielen Jahren Tradition. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind mit Begeisterung dabei: Tannenbäumchen werden geschmückt, Lichterketten montiert, Kekse gebacken, der Adventsmarkt aufgebaut und die Kinder üben eifrig für ihre Weihnachtsaufführung.

Auch der Waldwanderweg rund um den See bietet kunstvolle Attraktionen. Einen weiteren Höhepunkt stellt das Schnitzen der Eiskrippe dar. Das Turmblasen in der Heiligen Nacht rundet das Programm stimmungsvoll ab.

Seit ein Besucher den beschaulichen Ort in den österreichischen Alpen als Geheimtipp ins Internet gestellt hat, strömen immer mehr Gäste herbei, um die vorweihnachtliche Stimmung zu genießen.

Die einen hoffen auf das persönliche Weihnachtswunder und Wünsche erfüllen sich, für andere treten Lösungen hervor, mit denen sie niemals gerechnet hätten. Vom weihnachtlichen Zauber in Funkelstein bleibt jedoch niemand unberührt.


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Herzenswunsch aus Liebe

Zärtliche Winterromanze mit großen Gefühlen.


Gabi fährt mit ihrer Freundin Lissy von Hamburg ins weihnachtlich glitzernde Funkelstein. Ein ganz bestimmter Auftrag belastet die junge Ärztin, denn sie soll Kontakt zu ihren unbekannten Großeltern aufnehmen, die aus gutem Grund nichts von ihrer Existenz wissen.
Bereits auf dem Weg in die tiefverschneiten österreichischen Berge bleibt ihr Auto im Schnee stecken. Ein junger Mann, Ben Winkler, eilt zu Hilfe, hat jedoch wenig Freude mit den vermeintlichen Touristinnen aus Deutschland. Auch Gabi findet den unfreundlichen Kerl alles andere als sympathisch. Die zwei begegnen sich erneut und es knistert gewaltig, doch Misstrauen und Vorurteile belasten die wachsende Beziehung. Zum Glück gibt es die Waldfee, die auf alle Menschen einen positiven Einfluss hat.
Gibt es eine Chance für die Liebe der beiden? Und ist sogar eine Versöhnung mit den Großeltern möglich? Schließlich ist Advent und im verzauberten Weihnachtsdorf Funkelstein ist schon manches Wunder geschehen.


Ein hochemotionaler Liebesroman mit weihnachtlichem Touch, den man zu jeder Jahreszeit lesen kann.

Leseprobe aus "Herzenswunsch aus Liebe"

Kapitel 3: "Ihr wollt Urlaub machen?"

Sie waren tatsächlich unterwegs. Gabis Fiat Panda, der immerhin schon zehn Jahre auf dem Buckel hatte, würde sich auf der weiten Strecke bewähren müssen. 
Sie war froh, dass die vernünftige Lissy die Planung nur zu gerne an sich gerissen hatte. Die Rücklehne war umgekippt, ihr Gepäck hatte sich bis zur Abreise vervielfacht, weil ihnen immer noch etwas einfiel, was sie brauchen könnten. Funkelstein bot nicht viele Quartiermöglichkeiten. Es gab ein Hotel am Rand des Ortes, ein seelenloser Neubau, der Gabi auf dem Foto überhaupt nicht überzeugt hatte. Die beiden Gasthöfe wirkten zwar urig, hatten sie aber nicht angesprochen, dafür hatte sie bei der Pension Seeblick gleich ein gutes Gefühl gehabt. Die Unterkunft hatte keine Webseite und Fotos fanden sich lediglich auf der Homepage der Gemeinde Funkelstein. Dennoch hatte das alte Gebäude, das um 1900 erbaut worden war, Gabi sofort gefallen. Es hatte Charisma. Obwohl es vermutlich zur Weihnachtszeit ausgebucht war, hatte Gabi ihr Einzelzimmer problemlos per Telefon in ein Doppelzimmer umwandeln können.
»Hoffentlich halten sie uns nicht für Lesben«, war Lissys Kommentar auf Gabis frohe Botschaft gewesen.
»Warum sollten sie? Und überhaupt, was hast du gegen Lesben?«
»Nichts. Aber vielleicht gibt’s dort schöne Männer. Die sollen doch nicht abgeschreckt werden.«
»Lissy!« Gabi starrte sie fassungslos an.
»Was denn? Warum nicht ein kleiner Urlaubsflirt?« Lissy zuckte die Achseln. »Mit dem Mann fürs Leben wird das sowieso noch lange nichts, wenn überhaupt.«
Gabi umarmte sie. »Nicht den Mut verlieren. Irgendwo da draußen hockt dein Mister Right.«
Lissy hob zwei Finger hoch. »Zwei.« Sie grinste. »Sollst auch einen abkriegen.«
Danach hatten sie noch lange Zeit weiter gealbert.

Von der Personalabteilung des Krankenhauses hatten sie sich zudem breittreten lassen, auf ihren Urlaub zu verzichten, und ihn stattdessen ausgezahlt bekommen. Daher hatten sie bis einen Tag vor der Abfahrt noch gearbeitet. Die Kündigung von gleich zwei Ärztinnen hatte sogar dem Chef zu denken gegeben, der ihnen bessere Arbeitsbedingungen versprochen hatte, wenn sie nur im neuen Jahr zurückkämen.
»Glaubst du dem ›Senfglas‹?« Lissy lehnte sich zurück. ›Senfglas‹ war der Spitzname für Professor Hahn, weil er einmal bei einer Betriebsfeier sein Würstchen ins Senfglas getaucht hatte, statt sich eine Portion herauszuschöpfen.
»Nein. Vielleicht würde er sich am Anfang Mühe geben, aber das hält nicht an.« Gabi war froh, dass sie nun die Autobahn erreicht hatten. Die Sonne schien und die Straßen waren trocken, daher kamen sie gut voran. »Ganz ehrlich, Lissy, ich weiß nicht, ob ich mir nicht woanders einen Job suche. Ärzte braucht es überall. Ich möchte einfach mehr Zeit für die Patienten haben. Und Lebensqualität für mich selbst. Die vielen Überstunden, nein, so kann ich nicht weitermachen.«
»Du hast recht.« Lissy griff nach einer Flasche Orangensaft und schraubte sie auf. »Magst du einen Schluck?«
»Nein danke, sonst verschütte ich womöglich etwas. Wir werden ohnehin bald Pause machen. Dann bist du am Steuer.« Sie grinste ihrer Freundin zu. Die Fahrt war lang, einmal würden sie unterwegs übernachten und sich mehrmals abwechseln.
»Hast du die Briefe deiner Mutter eingepackt?«
»Natürlich. Ich habe alles dabei, die beiden Rücksendekuverts der Gerolds sowie die drei Briefe, die meine Mutter geschrieben hat. Die Telefongespräche kann ich auch wiedergeben.«
»Du weißt wirklich noch jedes Wort?«
»Nur vom letzten Gespräch. Meine Mutter meldete sich mit ihrem Namen und wollte Gabriel sprechen, also meinen Vater. Daraufhin sagte der Mann: Ah, Sie sind sein deutsches Gspusi. Vergessen Sie ihn, er kommt nicht zurück.«
»Gspusi?«
»Meine Mutter kannte das Wort auch nicht, sie hat es erfragt. Es ist ein österreichischer Ausdruck für Liebschaft, meist eine bedeutungslose.«
»Warum hat er ihr verschwiegen, dass er tot war?«
»Das weiß der Himmel. Und die Rücksendung der Briefe spricht eine deutliche Sprache.« Gabi schlug auf das Lenkrad. »Verdammt, ich will diese Menschen nicht kennenlernen. Und es nagt an mir, dass ich ausgerechnet zu denen als Bittstellerin kommen soll.«
»Möglicherweise bereuen sie es.«
»Vergiss es. Hätten sie den Kontakt gewollt, wären sie irgendwann aufgetaucht in all den Jahren. Telefon war schließlich auch schon erfunden. Wahrscheinlich wussten sie sogar von mir.«
»Wenn die Kuverts zu waren, wissen sie doch gar nichts von dir.«
»Unsinn. Die haben bestimmt hineingeschaut und die Briefe wieder verschlossen. Kein Mensch ist so wenig neugierig und schaut nicht einmal hinein.« Plötzlich blitzte in Gabis Hinterkopf der Gedanke auf, ob Lissy möglicherweise recht haben könnte, doch sie schob ihn sofort wieder weg. Der Groll saß zu tief.
Sie schwiegen eine Zeit, dann wechselte Gabi das Thema. »Hast du manchmal Heimweh nach St. Peter-Ording?«
»Sven ist in der Zwischenzeit mit Carola verheiratet.« Lissy sah sie schräg an. »Nein, ich möchte nicht dahin zurück. Und du?«
Sven war Lissys große Jugendliebe gewesen, der sich dann plötzlich in eine Urlauberin verliebt hatte. 
»Du bist immer noch nicht über ihn hinweg?«
Lissy holte Luft. »Vermutlich habe ich mir deswegen von Tom zu viel gefallen gelassen. Dieses Mal wollte ich einfach die perfekte Frau sein.«
»Sven ist ein Idiot. Er hat eure jahrelange Verbundenheit weggeworfen für einen Urlaubsflirt.«
»Er sagte zu mir, mit mir zu leben, sei wie guter süffiger Wein, aber mit Carola, das wäre Champagner pur. Plötzlich war ich ihm zu langweilig.«
»Das hast du mir nie erzählt.« Gabi wunderte sich, wie unsensibel manche Männer sein konnten. Gerade Sven, der mit ihnen zusammen in dieselbe Schulkasse gegangen war, hätte sie mehr Zartgefühl zugetraut. »Ihr seid ein Paar gewesen, seit ihr beide vierzehn wart.«
»Eben. Sieben Jahre lang. Als Carola in dem Sommer damals kam, war er von Anfang an hin und weg.«
Gabi erinnerte sich noch daran. Lissy hatte zusehen müssen, wie Sven ihr mehr und mehr entglitt, bis sie ihn endgültig verloren hatte.
Bereits ein paar Wochen später hatte sie Tom kennengelernt. 
»Tom war so verständnisvoll und sein Ordnungssinn nach Svens Chaos richtiggehend wohltuend. Aber im Grunde genommen wollte ich nur die Leere ausfüllen, die Sven hinterlassen hat. Ich hatte so eine Scheißangst vor dem Alleinsein.«
»Ich weiß.« Gabi lenkte den Wagen auf einen Rastplatz. Sie dachte an Lars, diesen Schmarotzer und Taugenichts, der von ihrem Geld gelebt und nicht im Geringsten daran gedacht hatte, irgendwas zu arbeiten. Trotzdem hatte sie es sich gefallen lassen. Und dann hatte er sie auch noch vor die Entscheidung gestellt, entweder mehr Zeit mit ihr zu verbringen, oder er würde seine Sachen packen. Lars hatte nicht einsehen wollen, dass ihre Mutter sie brauchte, seine Herzlosigkeit hatte sie abgestoßen. Trotzdem war sie verzweifelt gewesen, als er gegangen war, und hatte sich im Stich gelassen gefühlt.
»Ich habe bei dir gesehen, wie sehr es dich mitgenommen hat. Dabei war Lars nun wirklich ein …« Sie brach ab, wohl um Gabi nicht zu kränken.
»Sprich es nur aus. Er war ein kaltherziger Parasit, der sich gut verstellen konnte.« 
»Okay, du hast recht. Auf jeden Fall sind wir ohne Sven, Lars, Tom und wie sie alle heißen besser dran.«
Sie lachten. Mittlerweile war es bereits dämmrig, Wintermonate eben. 
»Hier ist ein Motel.« Lissy wies auf das Gebäude hinter der Raststätte. »Sollen wir gleich hier übernachten?«
Gabi sah auf den Tachometer. »Wir haben bereits über fünfhundert Kilometer hinter uns, das ist ungefähr die Hälfte. Ich hatte gehofft, dass wir schneller fahren können und weiter kommen. Mit so vielen Staus wegen Unfällen habe ich nicht gerechnet, aber es passt.«

Am nächsten Morgen kündigten sich schlechtere Wetterbedingungen an. Dunkle, tiefhängende Wolken verhießen Niederschlag. Sie fuhren gut ausgeruht los, doch weitere Staus, diesmal wegen Baustellen, sorgten dafür, dass die Stunden verrannen. Gleich nach der österreichischen Grenze begann es zu schneien. Gabi war nun froh, dass sie kurz vor der Abfahrt noch ein Service in ihrer Werkstätte ausgemacht hatte und ihre Winterreifen erst zwei Jahre alt waren.
Die Flocken wurden dichter, sie kamen nur mehr langsam voran. Dabei wollten sie vor der Dunkelheit Funkelstein erreichen. Daraus wurde nun nichts. Der Verkehr wurde zähflüssiger und stockte immer öfter komplett.
Normalerweise war die Strecke von Salzburg aus, wo sie Mittagspause gemacht hatten, in nicht ganz zwei Stunden zu bewältigen. Nun waren sie schon fast drei unterwegs, als sie die Autobahn verlassen konnten. Mittlerweile war es bereits nach vier Uhr.
»Soll ich dich ablösen?«, fragte Gabi schließlich.
»Quatsch, du bist genauso müde. Außerdem kann ich hier nirgends anhalten.« Das stimmte, links und rechts von der Straße häuften sich die Schneehügel. Sie hatten in ihrem ganzen Leben noch nie so viel Schnee gesehen. Ein paar Zentimeter waren das Höchste. Lissy hatte Mühe, den Kleinwagen auf seiner Spur zu halten.
»Es fühlt sich an, als wenn ein Teppich unter den Rädern wäre, der noch dazu nachgibt.«
»Am liebsten würde ich stehen bleiben und bis morgen warten.«
»Siehst du hier irgendwo eine Unterkunft?« Mittlerweile war es stockdunkel geworden. »Wo sind denn die anderen Fahrzeuge? Bist du sicher, dass wir hier richtig sind?«
»Laut unserem Navi schon.« Gabi seufzte laut. »Sieh mal, da vorn sind Lichter.«
Sie zuckelten näher, doch es war nur ein Ausweichparkplatz. »Sollen wir Pause machen?«
»Das bringt hier nichts.« Lissy schüttelte heftig den Kopf. »Laut Navi sind es nur noch zehn Kilometer. Das müssten wir schaffen.«
Fünfzehn Minuten später waren sie gerade mal zwei Kilometer weiter. Im Scheinwerferlicht tanzten die weißen Flocken, dahinter war es dunkel. Die Sicht war grottenschlecht, außerdem kannten sie die Straße nicht, die bergauf ging und mit vielen Kurven und einigen Serpentinen aufwartete. Lissys Gesicht wirkte angespannt, auch Gabi spürte ein unangenehmes Prickeln am ganzen Körper.
Plötzlich drehten die Räder durch. 
»Nein!« Lissys Stimme kiekste vor Verzweiflung, Gabi seufzte leise. Es half nichts, der Wagen steckte fest. Gabi stieg aus, eisiger Wind pfiff ihr entgegen. Sie schlüpfte in ihre dicke Jacke. »Ich schiebe dich mal an.« Ihre Finger wurden rasch klamm und sie schaffte es erst nach einigen Versuchen, den Reißverschluss der Daunenjacke zu schließen. Ihre Haare fühlten sich bereits wie Eiszapfen an, trotzdem zog sie ihre Mütze darüber und angelte ihre Handschuhe. Als sie am Wagen vorbei nach hinten gehen wollte, sank sie knietief in den Schnee am Straßenrand. Mühevoll zog sie den Schuh heraus, inzwischen fror sie erbärmlich. Zum Autofahren hatten beide auf die dicken Winterschuhe verzichtet, ein fataler Fehler. Zumindest hätte sie ein Paar Stiefel griffbereit ins Auto legen sollen. Nie im Leben hatte sie sich dermaßen hohe Schneemengen vorstellen können. Es dauerte gefühlt ewig, bis sie endlich hinten war. »Anfahren, Lissy.« Sie schob heftig, aber der Wagen ruckelte lediglich ein paar Zentimeter vor, um danach wieder in die Ausgangsposition zurückzufallen. 
»Was machen wir nun?« Lissy klang, als ob sie gleich in Tränen ausbrechen würde. »Wen können wir anrufen? Ich meine, wir wissen ja nicht einmal genau, wo wir sind.«
»Am besten im Hotel?« Gabis Zähne klapperten, ihre Wangen fühlten sich taub an, während sie von einem Bein aufs andere stieg. Dieser eisig kalte Wind! Und sie standen mitten auf der unübersichtlichen Bergstraße.
»Hast du die Nummer?«
»Ich komme.« Gabi machte sich auf den beschwerlichen Weg zurück, als ein Wagen langsam vorbeifuhr und vor ihnen stehen blieb. Die Warnblinkanlage leuchtete auf und ein Mann stieg aus, der mit großen Schritten zur Fahrertür trat.
»Haben Sie eine Panne?« Die samtige Stimme ließ Gabi die Kälte vergessen. Wow, der Mann sollte Radiosprecher werden. Doch sein ärgerlicher Tonfall machte den ersten Eindruck zunichte. »Verdammt, warum schalten Sie nicht die Warnblinkleuchte ein? Sie stehen da ausgesprochen ungünstig.«
»Wir stecken fest«, hörte sie Lissy antworten. Viel zu zaghaft. Was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein, die arme Lissy so anzufahren?
»Bist du wahnsinnig?« Seine Stimmlage wurde um einige Dezibel lauter. »Du hast ja nicht einmal Schneeketten. Wahrscheinlich auch keine Winterreifen. Typisch Touristen aus dem Flachland, eh klar. Fahren in die Berge ohne die entsprechende Ausrüstung. Und dann wundert’s euch, wenn ihr liegen bleibt’s.« Der Kerl war ein paar Schritte vom Wagen weggetreten und Gabi konnte eine athletische großgewachsene Gestalt erkennen. Der Mann trug eine Mütze mit Ohrenklappen, hatte einen Schal um den Hals gewickelt und eine dicke Daunenjacke an. »Ich sollte dich eigentlich einfach dem Schicksal überlassen, so viel Dummheit gehört bestraft. Wo willst du überhaupt hin?«
»Nach Funkelstein?« Lissys Stimme zitterte. »Zur Pension Seeblick.« 
»Na toll. Und wie gedachte die Prinzessin bei dem Wetter hinaufzukommen? Ohne Schneeketten?«
Gabi hatte sich endlich durch den Schnee nach vorn gekämpft. Sie spürte, dass Lissy gleich weinen würde. Böse Worte vertrug sie schlecht und dass der ungehobelte Kerl ihrer Freundin so zusetzte, konnte Gabi nicht ertragen.
»Spiel dich nicht so auf, du Supermacho«, rief sie ihm daher entgegen und freute sich, als er zusammenzuckte. Er hatte offensichtlich nicht mit einer zweiten Person gerechnet. »Woher sollten wir wissen, dass ihr einen Spezialvertrag mit Frau Holle habt, damit möglichst wenig Touristen euch belästigen? Wobei ihr den eh nicht braucht, so unfreundlich wie du bist.«
Der Kerl drehte sich zu ihr und sekundenlang starrten sie sich an.
Was für ein Mann! Unter seiner Kappe hatten sich einige fürwitzige Locken hervorgewagt, der Fremde hatte vermutlich noch mehr davon. Die Augen wirkten im Scheinwerferlicht wie Obsidian, schwarz und verführerisch, der kurz geschnittene Bartflaum, der sein Kinn einrahmte, gab ihm einen verwegenen Touch.
Sekunden war es still. 
Schließlich schüttelte er sich, der Bann war gebrochen. Gabi freute sich, dass sie offenbar dieselbe Wirkung auf ihn hatte, wie er auf sie und ihm die Worte im Hals steckengeblieben waren.
»Ihr wollt Urlaub machen?« Seine Stimme klang nun eine winzige Nuance freundlicher. 
»Ja.«
»Und ist es bei euch nicht üblich, dass man sich zuerst über die Verhältnisse im Land informiert, in das man fährt?«
»Das hätten wir tun sollen.« Gabi trat nun noch ein paar Schritte näher. »Vor allem wäre eine Gebrauchsanweisung, wie man euch Einheimische behandeln muss, gut gewesen.«
»Red mich nur weiter blöd an und ich steige in mein Auto«, er deutete zu seinem Wagen nach vorn, »und lasse euch hier.«
»Mach das ruhig. Ich rufe in der Pension an, die werden uns schon Hilfe schicken.« Am besten, er verschwand so schnell wie möglich.
»Was denkst du denn? Dass bei dem Wetter ein Ritter auf einem weißen Ross daherreitet und die holden Damen auf sein Märchenschloss entführt? Wenn ich euch nicht helfe, dann werdet ihr hier erfrieren. Aber macht euch keine Sorgen, die Schönheit bleibt erhalten. Morgen gräbt euch der Schneepflug samt eurer Spielzeugschachtel hier aus.«
»Wenn das so ist, dann schieb uns an, damit wir weiterfahren können.«
»Sicher nicht.«
»Sag ich doch. Du willst uns eh nicht helfen, also zieh Leine.«
Er musterte sie kurz und ging dann zu seinem Wagen. In Gabi breitete sich Enttäuschung aus, Lissy beugte sich aus dem Fenster. »Sag mal, Gabi, bist du verrückt? Er lässt uns wirklich hier. Was machen wir denn jetzt?«
Das wusste sie auch nicht. Hätte sie nicht ein einziges Mal ihr vorlautes Mundwerk halten können? Ihre Mutter hatte es ihr als Kind oft genug gesagt. Nun schien es, dass sie diese Eigenschaft immer noch nicht hatte zähmen können.
Es gibt Situationen, da ist Schweigen angebracht, hatte sie plötzlich ihre Stimme im Kopf. – Ach Mama, wie recht du hast!
Ob sie dem Kerl nachrennen sollte und sich entschuldigen? Womöglich kam da nur alle paar Stunden ein Wagen vorbei? Noch dazu bei diesem Wetter? Die Schneeflocken schienen sich in der Zwischenzeit verdoppelt zu haben, auf ihrem Panda lag bereits eine dicke Schicht.
»Was sollen wir jetzt tun?« Lissys Stimme klang zaghaft. 
»Wir rufen den Automobilklub an, die schicken uns bestimmt jemanden.«
»Guck, der Typ telefoniert da vorn.«
Der Fremde sprach sogar extra laut in sein Handy, wie es Gabi schien. »Das Auto ist klein wie ein Salatschüsserl, so ein Fiat Panda.«
»Wie nennt der mein Auto?« Empörung stieg ihn ihr hoch, während sie die Hände mit den Handschuhen aneinander klopfte, in der Hoffnung, sie wieder aufzutauen.
»Still, sei doch froh, dass er uns hilft«, zischte Lissy.
»Ja. Aber er freut sich richtig darüber.«
»Er hat ja recht, wir haben wirklich auf Schneeketten vergessen.«
»Wozu auch? Wir hätten sie ohnehin nicht anlegen können.« 
Der Mann beendete das Gespräch und kam wieder näher. »Max, ein Freund von mir, kommt gleich und bringt Schneeketten mit. Er ist für den Winterdienst in Funkelstein zuständig und hat immer ein paar auf Reserve. Ihr seid nicht die ersten Touris, die mangelhaft ausgerüstet sind.«
»Dankeschön.« Lissy stieg nun aus und schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. »Es tut mir leid, dass wir Ihnen solche Umstände machen. Ich heiße Lissy Meinhardt und das ist meine Freundin Gabriella Jansen.« Sie deutete auf Gabi. »Wir kommen aus Hamburg.«
In dem unfreundlichen Klotz ging eine sichtliche Wandlung vor sich. Durch das Lächeln wurde er richtig attraktiv und Gabi spürte ein Kribbeln. Bloß nicht in so einen Hinterwäldler vergucken, nur weil er kurze Zeit auch freundlich sein konnte.
»Ich bin Ben Winkler.« 
Kam es Gabi nur so vor oder hielt dieser Ben die Hand von Lissy länger als nötig? Sie würde doch nicht auf ein paar Obsidianaugen mit klangvoller Stimme hereinfallen?
»Am besten du startest noch mal und ich schiebe an, so kriegen wir den Wagen mal aus dem Schneehaufen heraus.«
»Vielen Dank.«
Ben ging nach hinten und kurze Zeit später stand der Fiat auf der Straße. 
»Es wäre gut, wenn ihr zu der Ausweiche zurückfahren würdet. Kannst du umdrehen, oder soll ich dir helfen?«
»Oh, das wär wahnsinnig lieb. Ich fahre normalerweise keine Bergstraßen.« Lissy sprang aus dem Wagen und überließ doch tatsächlich diesem Kerl das Steuer von Gabis Auto. Er stieg ein, richtete sich den Sitz und lenkte den Fiat vor und zurück.
»Was tust du da, Lissy? Ich hätte auch umdrehen können.« Gabi ballte die eiskalten Hände zu Fäusten.
»Männern muss man das Gefühl geben, Helden zu sein.«
»Woher hast du das denn?« Sie schüttelte den Kopf. »War das deine Lebensphilosophie bei Tom?« Lissy zuckte zusammen, Gabi bereute ihre unbedachte Bemerkung in derselben Sekunde. »Tut mir leid, das wollte ich nicht sagen. Ich bin einfach hundemüde.«
»Ja, ich auch. Aber es wird noch ein wenig dauern, bis wir ins Bett kommen.«
Nun stand der Fiat mit der Schnauze nach unten, Ben stieg aus. »Los, ihr zwei, fahrt schon mal zur Ausweiche zurück. Max kommt in ungefähr zwanzig Minuten.« Damit ging er zu seinem Wagen, startete und fuhr bergauf davon.
Sie holte Luft und ärgerte sich, dass sie enttäuscht war. »Jetzt haut er doch wirklich ab.« Vorsichtig lenkte sie den Panda die paar Kurven zurück, bis sie zu besagter Ausweiche, einem kleinen Parkplatz, kamen. Innerlich gestand sie sich ein, dass die Fahrbahn ausgesprochen rutschig war und sie war froh, dass sie nicht weiterfahren musste. »Hoffentlich kommt dieser Max bald.«
Sie setzten sich wieder in den Fiat, das Wageninnere kühlte langsam ab. Mehrere Autos und ein Bus fuhren vorbei.
»Vielleicht hätten wir jemanden stoppen sollen?« Lissy blies gegen ihre Finger. »Was ist, wenn dieser Ben Winkler niemandem Bescheid gegeben hat?«
»Wir können immer noch den Automobilklub anrufen.« Gabi griff ins Handschuhfach. »Da drin muss irgendwo eine Notfallnummer sein.«
»Jetzt warten wir mal ab, zwanzig Minuten sind noch nicht um. Außerdem wird es nicht so genau sein.«
Die Temperatur sank langsam weiter. 
»Wir hätten doch bei der Tankstelle im letzten Ort tanken sollen, dann könnten wir den Motor mit der Heizung laufen lassen.« Gabi schüttelte den Kopf über ihre Dummheit.
»Ein Vermögen für eine Tasse heißen Tee.« Lissy wischte mit dem Handschuh ein Guckloch im Seitenfenster frei. Mittlerweile waren sämtliche Scheiben angelaufen.
»Eine Thermalquelle wäre mir noch lieber.« Gabi zog sich die Mütze tiefer in die Stirn. »Bald sind meine Finger so eingefroren, dass ich die Telefonnummer des Automobilklubs nicht mehr eintippen kann.«
»Ich habe gelesen, dass es einem kurz vor dem Erfrierungstod nochmal richtig warm wird, sodass man sich auszieht.« Lissy grinste schief. »Wenn wir ein wenig durchhalten, ist es bald so weit.«
Lissys Humor war unschlagbar. »Und danach? Ist das unser eiskaltes Ende?«
»Zumindest bleibt in der Kälte unsere Schönheit erhalten.«
»Das, was davon noch übrig ist. Blaue Nasen, schneeweiße Haut, blutleere Lippen.«
Sie brachen in Gelächter aus.
»Es ist schön, wenn du wieder mal lachst, richtig lachst.« Lissy legte ihre Hand auf Gabis Oberschenkel. »Das hast du viel zu lange nicht getan.«
Gabis Kehle wurde eng. »Ja. Mama wollte, dass ich weiterlebe. Sie war immer so gut gelaunt und konnte jeder Situation das Beste abgewinnen. Weißt du noch, als ihr nagelneues Fahrrad gestohlen wurde? Sie hatte so lange darauf gespart. Doch als es weg war, sagte sie nur, dass sie mit dem Alten ohnehin besser fahren könnte.«
Es kamen noch mehr Erinnerungen hoch und füllten die Wartezeit, bis die versprochene Hilfe eintraf. Ein SUV hielt vor ihnen, die Warnblinkanlage ging an. Ein Mann stieg aus, der über seiner dunklen Jacke eine orangefarbene Sicherheitsweste mit reflektierenden Streifen trug. Der Strahl einer starken Taschenlampe vertrieb die Dunkelheit. 
Gabi öffnete die Tür und quälte sich in das Schneetreiben hinaus.
»Guten Abend. Sie brauchen Hilfe, habe ich gehört.« Er klang sympathisch und schien um die vierzig zu sein.
»Sind Sie Max?«
»Ja, Max Flink. Ich arbeite für die Gemeinde Funkelstein und gelegentlich auch als Schutzengel für liegengebliebene Autofahrer.« Er streckte ihr lächelnd die Hand entgegen. 
»Gabriella Jansen.« Gabi schüttelte sie und spürte, wie unter seinem Händedruck ihre Finger zu kribbeln begannen. Aha, sie waren also doch noch da. 
Nun kam auch Lissy hinzu. Sie hatte ihre Arme fest um ihren Oberkörper geschlungen und trat von einem Bein aufs andere.
»Wir sind ja so froh, dass Sie so rasch kommen konnten, Herr Flink. Ich bin Lissy Meinhardt.«
»Wir sind hier alle per du, wenn’s recht ist. Ich bin Max. Lissy, das klingt lustig, ist das eine Abkürzung für Elisabeth?«
»Nein, ich heiße eigentlich Alissa, aber manchmal vergesse ich das selbst. Können Sie – kannst du uns helfen?« 
»Deshalb bin ich hier.« Max ging zurück zu seinem Wagen und holte in Plastik verpackte Schneeketten aus dem Kofferraum.
Überrascht bemerkte Gabi nun auch Ben, der aus der Beifahrertür das SUV sprang. Offenbar hatte er sein eigenes Vehikel stehen gelassen.
Das ›Salatschüsserl‹ hatte sie ihm noch nicht verziehen und seine ruppige Art ebenfalls nicht. Dennoch wollte sie sich zumindest bei ihm bedanken, doch Lissy kam ihr zuvor. »Ein dickes Dankeschön, dass du Hilfe geholt hast. Nicht mehr lange und ihr hättet hier zwei Eisstatuen vorgefunden.« 
Max zog eine der Schneeketten aus der Verpackung und hielt sie klirrend hoch. »Montieren könnt ihr sie selbst?«
Gabi fing Lissys verzweifelten Blick auf. »Ähem, eigentlich nicht. Wir kommen aus Norddeutschland. Bei uns ist alles flach, da braucht man so etwas nicht.« Vermutlich hörte sich das für die Bewohner der Berge blöd an. Zumindest war sie sich sicher, dass Ben genau dies dachte, wenn sie seinen spöttischen Blick richtig deutete.
Max‘ Lächeln hingegen blieb warm. »Das war eine rein rhetorische Frage.« Er wandte sich zum Auto. »Also, dann wollen wir mal. Das Auto hat Frontantrieb, nehme ich an?«
Gabi nickte. Max winkte Ben näher. »Halte du bitte die Taschenlampe.« Er ging beim linken Vorderreifen in die Hocke und sah zu den beiden Frauen hoch. »Am besten seht ihr genau zu, damit ihr es das nächste Mal selbst könnt.« 
»Ja, oder ihr bleibt eben dort, wo man so etwas nicht braucht.« Der Sarkasmus in Bens Stimme schürte Gabis Zorn erneut.
Max warf ihm einen Blick zu, den sie nicht deuten konnte. Überraschung? Vorwurf? Tadel? Er entwirrte die Kette in seinen Händen. »Ben, leuchte bitte hierher und nicht in den Wald hinein.«
Gabi hörte ein Knurren, das wohl von Ben kam, und hätte vermutlich gekichert, wäre ihr nicht so kalt gewesen. Sie konzentrierte sich auf Max.
»Also, aufgepasst. Die gelbe Kette ist die lange Spannkette, hier seht ihr die kurze, dann sind da noch das Kettenschloss und der Haken zum Nachspannen. Alles klar?«
Sie beugte sich vor, die Arme fest um sich geschlungen, und war sich unangenehm bewusst, dass Ben sie mit Argusaugen beobachtete. Lissy hielt Abstand, sie war technisch noch nie interessiert gewesen. Außerdem sah sie ebenso abgefroren aus, wie Gabi sich fühlte.
Max arbeitete geschickt und rasch. »Wichtig ist, dass die Schneekette richtig liegt, danach schiebt man sie einfach hinter dem Reifen durch, das Kettenschloss muss vorn sein, den Montagering packen und hochziehen. Damit nichts abrutschen kann, sofort die kurze Spannkette einhaken. Seht ihr?« Er drehte sich zu ihnen, auch seine Nase war bereits rot vor Kälte. Sein Atem verursachte dichte Wölkchen und auf seinem Rücken machten es sich die Schneeflocken gemütlich. 
»Bei dir sieht es wirklich nicht so kompliziert aus«, erklang Lissys Stimme, doch ihr Tonfall verriet, dass ihr die Sache nicht geheuer war. Dazu kannte Gabi sie zu gut.
Sie wollten beide keine Lehrstunde, sondern möglichst schnell ins Warme kommen.
Max wandte sich wieder der Arbeit zu. »Also die Schneekette gleichmäßig auf dem Reifen positionieren und dann die lange Spannkette ins Kettenschloss einfädeln, anziehen, einhaken, fertig.« Er erhob sich und klopfte sich den Schnee ab. »Wer übernimmt den zweiten Reifen?«
War das sein Ernst? Lissy warf Gabi einen verzweifelten Blick zu, sichtlich den Tränen nahe. Ein höhnischer Gluckser kam aus der Richtung von Ben. Das war zu viel. 
Gabi trat entschlossen vor und hielt Max die Hand hin. »Her damit! Ich probiere es.«
»Wunderbar, das lob ich mir.« Er zog die zweite Kette aus der Verpackung.
Gabi hielt das klirrende Ding hoch, ging um ihren Wagen herum und versuchte sich zu erinnern, wo bei den Ketten vorn und hinten war. Durch die gelbe Spannkette war es nicht schwer, aber auf dem Boden herumzukriechen war alles andere als angenehm. Doch sie wollte sich keine Blöße geben, schon gar nicht vor dem unverschämten Ben. Ihre Finger waren ohnehin bereits taub, schlimmer konnte es nicht mehr werden.
Also richtig hinlegen, durchziehen, hochziehen, so kompliziert war es wirklich nicht. Sie justierte die Kette um den Reifen und wollte die Sicherheitskette einhaken. Verdammt war das schwierig mit den klammen Fingern. Die Kette wollte einfach nicht durch das Schloss. Sie spürte Bens Blicke in ihrem Nacken brennen. 
Unsinn. Lass dich doch nicht von dem Angeber aus der Ruhe bringen.
»Klappt schon«, hörte sie Max‘ beruhigend tiefe Stimme. »Du machst das gut fürs erste Mal.«
Nach vier Versuchen gelang es ihr endlich und sie zog die Kette fest. Stolz überschwemmte sie, dass sie es geschafft hatte. Operation gelungen.
Sie stand auf und klopfte sich die Kleidung ab.
»Gut so. Wo werdet ihr wohnen?« 
»In der Pension Seeblick«, antwortete Lissy, während sich Gabi die Hände rieb. Bei der Arbeit war ihr tatsächlich etwas wärmer geworden.
Max drückte Gabi die leere Verpackung in die Hand. »Darin könnt ihr die Ketten aufbewahren, wenn ihr sie nicht mehr braucht. Aber vorher gut trocknen lassen, sonst rosten sie. Bezahlen könnt ihr sie im Gemeindeamt. Sie kosten fünfundachtzig Euro.«
»Ist klar.« Gabi war froh, dass nun die Aussicht bestand, rasch die warme Unterkunft zu erreichen.
»Wir fahren euch vor, sonst findet ihr niemals hin«, erklang wieder Ben. Warum musste ein so unmöglicher Kerl so eine Wahnsinnsstimme haben, die in ihr sämtliche Nervenenden zum Vibrieren brachten?
»Ist nicht nötig, wir haben ein Navi im Auto. Ihr müsst nicht noch mehr Zeit mit uns verschwenden«, rief sie Ben zu und stapfte zur Fahrertür. Dieses Mal übernahm sie das Steuer. Lissy schien es recht zu sein, sie wickelte ihre Jacke fester um sich, ehe sie die Autotür zum Beifahrersitz öffnete.
»Die Ketten müssen nach hundert Metern nochmal angezogen werden.« Max sah zu Gabi. »Ich mach das und schau, wo wir am besten stehen bleiben können.«